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 Verein - Chronik

FREIWILLIGE  FEUERWEHR RÜDIGHEIM

V E R E I N S C H R O N I K

1925 bis  2007

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Stand : 31.12.2007
Wird jährlich aktualisiert

Die Gründung der „Freiwilligen Feuerwehr Rüdigheim“  erfolgte am 25. Oktober 1925 in der Gaststätte  „Goldener Stern“. Insgesamt 56 Männer hatten der Einladung des damaligen Bürgermeisters Friedrich Rau zur Gründungsversammlung Folge geleistet.

Nach seiner offiziellen Begrüssung bekannte der Bürger-meister, sein Ziel sei die Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr“, um nicht weiterhin auf eine Pflichtfeuerwehr angewiesen zu sein.

Von den 56 Gründungsmitgliedern mit eindeutiger Mehrheit gewählt ging Bürgermeister Friedrich Rau als der erste „Erste Vorsitzende“ der Freiwilligen Feuerwehr Rüdigheim in die Vereinsgeschichte ein. Zum ersten Kommandanten wählte die Versammlung Gustav Dörr, als dessen Stellvertreter wurde Heinrich Waitz nominiert.

Ein Jahr später fand auf der „Bleiche“, also exakt an dem Ort, an dem wir mit unserem alljährlichen Bismarckeichenfest an eine alte Tradition anknüpften, das Gründungsfest statt. Dieses Fest war sehr gut besucht und wurde auch in finanzieller Hinsicht ein voller Erfolg. Mit dem Erlös wurde ein Grundstock gelegt, von dem der Verein einige Zeit zehren konnte.

Noch im gleichen Jahr schaffte die Gemeinde für ihre Feuerwehr die erste Saug- und Druckspritze an. Es handelte sich dabei um die modernste Spritze, die für Freiwillige Feuerwehren zur damaligen Zeit erhältlich war. Allerdings benötigte man 16 kräftige Feuerwehrmänner, um das tech-nische Gerät über einen längeren Zeitraum zu bedienen. Die Saug- und Druckspritze konnte je nach Bedarf im Handzug bewegt oder von Pferden gezogen werden.

Bereits in der Gründungszeit war es für unsere Feuerwehr-vorfahren eine Selbstverständlich, die Gemeinde nach Kräften zu unterstützen, auch in finanzieller Hinsicht. So wurden vom Überschuss des Gründungsfestes, der sich auf exakt 512,80 Mark belief, der Gemeinde stolze 200 Mark zur Bezahlung der inzwischen angeschafften Uniformen  übertragen.

In den folgenden Jahren wurden durch die Gemeinde in Verbindung mit der Wehr weitere Gerätschaften angeschafft. Die Feuerwehr selbst entwickelte sich stetig weiter.

In der Generalversammlung vom 4. Oktober 1929 wurde der bisherige Stellvertreter Heinrich Waitz zum neuen  „Ersten Kommandanten“ gewählt.

Nach der Machtübergreifung durch die Nationalsozialisten änderte sich auch für die Freiwillige Feuerwehr Rüdigheim einiges. Am 27. Juni 1933 wurde die Wehr „gleichgeschaltet“. Das bedeutet, dass mindestens 51 % der Vorstandsmitglieder „National“ sein mussten. Friedrich Rau wurde als Bürgermeister und als Vorsitzender der Feuerwehr abgesetzt.

Neuer Bürgermeister wurde Jean Spahn. Dieser setzte den  „Ersten Kommandanten“ Heinrich Waitz ab und bestimmte Gustav Kaemper zu dessen Nachfolger. Gustav Dörr, der inzwischen zum Stützpunktleiter aufgestiegen war, ermahnte die Feuerwehrmänner und forderte sie auf, auch unter der neuen Leitung zusammen zu stehen. Falls man sich seiner Forderung widersetzen sollte, müsse wieder eine Pflicht-feuerwehr eingeführt werden. Jeder, der sich nicht füge, werde als regierungsfeindlich angesehen und dementsprechend behandelt.

Im nächsten Schritt wurde der Vorstand der Feuerwehr abgeschafft und an seiner Stelle ein sogenannter  „Führerrat“  eingesetzt. Dieser  „Führerrat“ wurde nicht gewählt, sondern vom Wehrführer vorgeschlagen.

Für das Jahr 1935 ist die Anschaffung eines Schlauchwagens dokumentiert, der neben Schlauchmaterial auch mit Standrohren und Strahlrohren ausgestattet war. Der neue Schlauchwagen hatte eine Eisenbereifung und musste im Handzug bewegt werden.

Im Jahre 1938 gab es in der Führungsspitze der Wehr erneut einen Wechsel. Der bisherige Kommandant Gustav Kaemper wurde durch Landrat Löser abgesetzt. Als Nachfolger ernannte der Bürgermeister den Kameraden Heinrich Schmidt zum Wehrführer.

Grund zur Freude gab es für die Wehrmänner im Jahre 1941. Die erste Motorpumpe TS 8, ein Erzeugnis der Fladerwerke Dresden, ausgestattet mit einem Zweitaktmotor, wurde angeschafft. Das Schmuckstück befindet sich übrigens noch heute im Besitz der Wehr Rüdigheim, ist aber leider nicht mehr voll einsetzbar. Zum ersten Maschinisten ernannt wurde der Kamerad Richard Köhler.

In den Kriegsjahren hatten die Wehrleute schwere Zeiten zu überstehen. Die meisten jungen Kameraden wurden zum Wehrdienst eingezogen. Die wenigen zu Hause gebliebenen mussten sich bei den schweren Bombenalarmen in Hanau, Mühlheim, Offenbach und Frankfurt bewähren.

Nach Kriegsende traf man sich am 08. April 1946 erneut in der Gaststätte „Zum Goldenen Stern“, um wieder neu zu beginnen. Ein Großteil der jungen Kameraden war von den schrecklichen Völkermorden leider nicht mehr heimgekehrt. Andere junge Männer schlossen sich nun der Feuerwehr an und stellten sich freiwillig in den Dienst einer guten Sache. In der Versammlung konnten wieder drei Gruppen zusammengestellt werden. Ausserdem wurde der „Führerrat“  abgeschafft. Mit Ausnahme des Schriftführers blieben alle bisherigen Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern. Die Aufgaben des Schriftführers übertrag die Versammlung Friedrich Elsässer. Diesem  war es leider nur vergönnt, dieses Amt ein Jahr lang zu begleiten. Die Lücke, die sein früher Tod hinterließ, wurde durch den „Zweiten Schriftführer“  Georg Zieg geschlossen.

In den folgenden Jahren durchlebte die Rüdigheimer Feuerwehr Höhen und Tiefen, wie sie im Vereinsleben allge-mein üblich sind. Am 4. Und 5. Juni 1950 wurde auf dem Sportgelände anlässlich des 25jährigen Bestehens der Feuerwehr ein Jubiläumsfest gefeiert, das sich sehen lassen konnte. Das Fest war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.

Unter der Führung ihres damaligen Brandmeisters Heinrich Schmidt und des Kassierers Peter Uhrig entwickelte sich die Feuerwehr Rüdigheim zu einer schlagkräftigen Truppe. Anfang der 50er-Jahre wurde von den Kameraden ein alter Jeep umgebaut zu einem einsatzfähigen Mannschaftsfahrzeug, an das man sogar die Motorspritze anhängen konnte. Im Jahr 1957 aber hatte der Jeep ausgedient und wurde durch einen ebenfalls umgebauten ehemaligen Milchwagen der Marke Borgward ersetzt, der immerhin fast acht Jahre lang treue Dienste tat.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 11.12.1957 traten Brandmeister Heinrich Schmidt, der 22 Jahre lang der Wehr vorstand, und Kassierer Peter Uhrig, der fast 40 Jahre lang die Kassengeschäfte hervorragend geführt hatte, aus Altersgründen von ihren Ämtern zurück. Aufgrund der großen Verdienste, die sich die beiden Kameraden erworben hatten, wurde Heinrich Schmidt von der Generalversammlung zum Ehrenbrandmeister und Peter Uhrig zum Ehrenmitglied ernannt.

Bei den anschließenden Neuwahlen wurde Georg Zieg zum Ortsbrandmeister gewählt. Als Stellvertreter nominierte die Versammlung Georg Wolf, der dieses Amt noch vier Jahre lang begleitete und dann zurücktrat, um einem jüngeren Platz zu machen. Sein Nachfolger wurde Wehrführer Heinrich Ruth. Das Erbe des bisherigen Kassierers Peter Uhrig trat auf Wunsch der Versammlung Willi Hensel an.

1960 bewarben sich die Blauröcke aus Rüdigheim erstmals um die Ausrichtung des Kreisverbandsfestes. Die Größenordnung dieses Festes, dessen Krönung der Festzug am Sonntagnachmittag mit der Teilnahme aller Feuerwehren des Kreisverbandes war, stellte für die Verantwortlichen der Rüdigheimer Wehr eine echte Herausforderung dar. Durch den unermüdlichen Einsatz des Vorstandes und die tatkräftige Unterstützung der Ortsvereine wurde das Kreisfest in jeder Hinsicht ein voller Erfolg.

Noch im gleichen Jahr konnte die Wehr aus ihrer bisherigen Unterkunft, einem alten Schuppen am „Säuplatz“, in ein neues Gerätehaus umziehen. Von der Gemeinde in Eigenleistung erstellt entsprach dieses Gerätehaus allen Anforderungen der damaligen Zeit.

Vier Jahre später wurde unter Bürgermeister Reinhold Diegel, der sich um den Brandschutz seiner Gemeinde sehr verdient machte, ein modernes Löschgruppenfahrzeug „LF 8“ der  Marke „Hanomag“  mit Arve-Aufbau und Rosenbauer-Pumpe, angeschafft. Zur damaligen Zeit war der Erwerb dieses Fahrzeugs sowohl für die Gemeinde, als auch für die Feuerwehr, ein grosses Ereignis.

An dieser Stelle sei dem damaligen Gemeindevorstand und der Gemeindevertretung der seinerzeit noch eigenständigen Gemeinde Rüdigheim noch einmal herzlich Dank gesagt. Ganz besonderer Dank aber dem leider inzwischen verstorbenen Bürgermeister Reinhold Diegel.

In der Hauptversammlung des Jahres 1971 trat Willi Hensel von seinem Amt als Kassierer, das er viele Jahre voller Pflichtbewusstsein geführt hatte, zurück. Als Nachfolger wählte die Versammlung August Fromm.

Nach dem Zusammenschluss der beiden bis dahin eigenständigen Gemeinden Ravolzhausen und Rüdigheim zur Großgemeinde Neuberg galt es in einer gemeinsamen Versammlung der beiden Einsatzabteilungen einen geeigneten Feuerwehrchef, den Ortsbrandmeister, zu benennen. Die aktiven beider Ortsteile sprachen Georg Zieg einmütig ihr Vertrauen aus. Als sein Stellvertreter wurde Kamerad Klaus Wachowski gewählt.

Am 30.09.1972 wählten die Aktiven der Rüdigheimer Feuerwehr den späteren Kreisbrandmeister und heutigen Kreisbrandinspektor Wolfgang Köhler zum stellvertretenden Wehrführer. Als Wehrführer fungierte weiterhin Heinrich Ruth.

Aus Anlass ihres 50jährigen Bestehens lud die Freiwillige Feuerwehr Rüdigheim am 22.03.1975 zu einer akademischen Feierstunde ins Bürgerhaus ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben dem Verlesen der von Georg Zieg erstellten Vereinschronik die Ehrungen verdienter Mitglieder für langjährige Vereinszugehörigkeit. Die Festansprache hielt der damalige Bürgermeister Ehrenfried Kling.

Etwas ganz Besonderes bot die Feuerwehr ihren Besuchern mit einem grossen  „Bunten Abend“ am 5.10. 1975.  Stars, die man sonst nur im Fernsehen bewundern kann, verstanden es im Bürgerhaus ihr Publikum vollauf zu begeistern.

Am Gründungstag, also exakt am 25.10., traf sich die Einsatzabteilung im Jubiläumsjahr zu einer Gedenkstunde.

In der Jahreshauptversammlung am 7.2.1976 erklärte Georg Zieg seinen Rücktritt als „Erster Vorsitzender“. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung Wolfgang Köhler.   Das Amt des „Zweiten Vorsitzenden“, das bisher von Heinrich Ruth ausgeübt wurde, übernahm auf Wunsch seiner Kameraden Georg Zieg.

Ein Freudentag für die Feuerwehr Neuberg war der 23.06. des Jahres 1976. Mit der offiziellen Schlüsselübergabe des neuen, im Ortsteil Ravolzhausen stationierten TLF 16 von Bürgermeister Ehrenfried Kling an Ortsbrandmeister Georg Zieg erfuhr der Brandschutz in Neuberg eine deutliche Verbesserung.

Im gleichen Jahr trat Heinrich Ruth auch von seinem lange Jahre ausgeübten Amt als Wehrführer zurück, um mit seinem bisherigen Vertreter Wolfgang Köhler einem Jüngeren Platz zu schaffen. Zum stellvertretenden Wehrführer wählte die Einsatzabteilung Roland Wolf für fünf Jahre.

Im Winterhalbjahr 1978/1979 richteten sich die Aktiven in Eigenhilfe einen Kameradschaftsraum im Feuerwehrhaus ein, der sich für damalige Verhältnisse sehen lassen konnte. Im Rahmen der Umbauarbeiten wurde auch eine kleine Küche installiert, die bei späteren Veranstaltungen noch treue Dienste leisten sollte.

Nachdem es zahlreiche Nachbarwehren vorgemacht hatten unternahm am 30.11.1979 auch die Rüdigheimer Feuerwehr mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr einen wesentlichen Schritt in Richtung Nachwuchsarbeit. Inzwischen konnten bereits über 20 junge Feuerwehrleute von der Jugendwehr in die Einsatzabteilung übernommen werden. Als erster Jugendfeuerwehrwart leistete Wilfried Fromm vorbildliche Arbeit. Ihm folgten nach rund 1½ Jahren sein Bruder Roland Fromm (1981-1987, 6 Jahre), Ralf Knarr (1987-1988, 1½ Jahre), Jörg Lukowics (1989-1994, 6 Jahre) und Peter Braun (1995-1997,   3 Jahre). Zu Beginn des Jahres 1998 übernahm Michael Brosch gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Sandra Bohlender das schwierige Amt des Jugendfeuerwehrwartes.

In der Jahreshauptversammlung am 18.01.1980 wurde Georg Zieg auf Antrag des Kameraden Rudolf Heck zum Ehrenmitglied ernannt. Zuvor hatte Zieg erklärt, aus Altersgründen die Ämter des „Zweiten Vorsitzenden“  und des Ortsbrandmeisters abgeben zu wollen. Ziegs Nachfolge als  „Zweiter Vorsitzender“  trat Heinrich Ruth an. Zum neuen Ortsbrandmeister wählten die beiden Neuberger Einsatzabteilung wenige Tage später den bisherigen Stellvertreter Wilhelm Hartherz, neuer Stellvertreter wurde Wolfgang Köhler.

Für den 01.04.1980 lud die Gemeinde Neuberg in Würdigung seiner großen Verdienste zu einer Abschiedsfeier für den zurückgetretenen Ortsbrandmeister Georg Zieg ein. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde Georg Zieg mit dem Goldenen Brandschutzehrenzeichen, einer der höchsten Auszeichnungen im Feuerwehrwesen, ausgezeichnet.

Im Februar 1981 übernahm Edgar Ruth von Roland Wolf, der aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl antrat, die Aufgaben des stellvertretenden Wehrführers. Nachdem Edgar Ruth bereits im September dieses Amt wieder niederlegte, wurde mit Wilfried Fromm ein Nachfolger gefunden.

Bei der Jahreshauptversammlung am 9.1.1982 trat Willi Esch nach fast 15 Jahren als Schriftführer zurück. Die Wahl des neuen Schriftführers fiel auf Roland Wolf.

Nachdem er 24 Jahre lang seinen Dienst getan hatte und sich der liebevollen Pflege der Einsatzabteilung erfreuen durfte  wurde der alte  „Hanomag“ am 16.06.1984 ausser Dienst gestellt und durch ein modernes Löschgruppenfahrzeug „LF8“  ersetzt. Die feierliche Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Uwe Hofmann fand im festlich geschmückten Feuerwehrhaus statt.

Wenige Wochen später, im August 1984, veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Rüdigheim erstmals ein Bismarckeichenfest auf der „Bleiche“. Mit diesem Fest wollte man an die alte Tradition der früher allgemein üblichen Freiluftfeste anknüpfen. Im Laufe der Jahre allerdings musste man erkennen, dass der Wettereinfluss auf den Erfolg dieses Festes einen unkalkulierbaren Einfluss hat. Nachdem das Fest mehrmals wegen starker Regenfälle kurzfristig abgesagt werden musste, entschlossen sich die Verantwortlichen zur Errichtung eines kleinen Festzeltes, was sich schon bald positiv auswirkte. Noch heute ist das Bismarckeichenfest ein Schwerpunkt im alljährlichen Veranstaltungskalender der Feuerwehr.

Im Jahre 1986 trat Wolfgang Köhler, der Hauptinitiator des Bismarckeichenfestes, seinen Dienst als Kreisbrandmeister des Feuerwehr-Unterverbandes Hanau-Land an. Danach war es ihm nicht mehr möglich, die Ämter des Wehrführers und des Vorsitzenden auszuüben. Manfred Niederhäuser, bereits seit mehreren Jahren als Beisitzer im Vorstand tätig, wurde in der Jahreshauptversammlung vom 4.1.1986 zum neuen Vor-sitzenden gewählt.

Wenige Tage später entschieden sich die Mitglieder der Einsatzabteilung für Roland Fromm als neuen Wehrführer. Als Stellvertreter wurde Roland Wolf nominiert. Beide Führungskräfte äusserten den Wunsch, die Wahlzeit zunächst auf ein Jahr zu beschränken. Nach Ablauf dieses Jahres wurden die beiden in ihren Ämtern bestätigt und auch nach Ablauf ihrer zweiten Wahlperiode war in der lokalen Presse zu lesen : „Weiter mit Roland und Roland“. So heisst das Wehrführergespann der Rüdigheimer Feuerwehr noch heute Roland Fromm und Roland Wolf.

Am 13.08.1988 wurde das bisherige Mannschaftstransportfahrzeug, ein altersschwacher VW-Bus, durch einen nagelneuen Transit - Bus ersetzt.

In der Jahreshauptversammlung für das Jahr 1990, die am 15.03.1991 im Bürgerhaus stattfand,  löste Wilfried Fromm seinen Vater August, der lange Jahre lang als Kassenwart tätig war, ab und wurde neuer  „Kassenchef“. Gleichzeitig trat Roland Fromm als neuer „Zweiter Vorsitzende“  die Nachfolge Heinrich Ruths an.

Zwei Jahre später, exakt am 26.03.1993, wurde Sandra Bohlender in den Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Rüdigheim gewählt. Sandra Bohlender, die übrigens auch das erste weibliche Mitglied der Rüdigheimer Einsatzabteilung war, hat bereits mehrere weiterführenden Feuerwehrlehrgänge besucht und ist  „Neubergs bestausgebildetste Feuerwehrfrau“.

Nach einigen Jahren, in denen sich die Rüdigheimer Wehr weiterentwickelte und auch in gesellschaftlicher Hinsicht Erfolge verzeichnen konnte, erklärte Manfred Niederhäuser Ende 1996 aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt als Vorsitzender. Sein Stellvertreter Roland Fromm übernahm kommissarisch die Aufgaben des Vorsitzenden. In der folgenden Jahreshauptversammlung am 26.03.1997 wählten die anwesenden Mitglieder Edgar Ruth zum neuen Vereinsoberhaupt.

Noch im gleichen Jahr nahm die Rüdigheimer Feuerwehr erstmals am mittlerweile recht beliebten Neuberger Weihnachtsmarkt teil, der übrigens erstmals am „Säuplatz“ im alten Ortskern Rüdigheims stattfand.

Einen neuerlichen Wechsel in der Führungsspitze der Feuerwehr Neuberg ergab die gemeinsame Jahreshauptversammlung der beiden Einsatzabteilungen am 20. Mai 1998. Da Wolfgang Köhler zu Beginn des Jahres 1999 die Nachfolge Karl Nolls als Kreisbrandinspektor antreten wird, musste er sein bisheriges Amt als Ortsbrandmeister abgeben. Zum neuen Feuerwehrchef der Gemeinde Neuberg nominierten die Aktiven den bisherigen Stellvertreter Ralf Schmid. Neuer Stellvertretender Ortsbrandmeister wurde Roland Fromm. Inzwischen gibt es im Feuerwehrwesen das Amt des Ortsbrandmeisters nicht mehr. Die beiden Kameraden wurden zu  „Gemeindebrandinspektoren“ , den sogenannten  „GEMBIS“  befördert. An den Aufgaben freilich änderte sich auch mit dem neuen Titel nichts.

Am 30.06.1998 geschah etwas, was die Verantwortlichen der Rüdigheimer Feuerwehr schon nicht mehr zu erhoffen wagten. Nach über 16 Jahren der Planung, Vertröstung, Neuplanung und Beratung fiel endlich der alte Schlauchturm und die lange fälligen Umbaumaßnahmen am Feuerwehrhaus wurden begonnen. Wir möchten an dieser Stelle nicht näher auf die langen Jahre des Wartens und Hoffens eingehen. Aber wir möchten es nicht versäumen, zwei Männern zu danken, ohne die der dringend notwendige Umbau des Feuerwehrhauses vielleicht noch heute nicht realisiert worden wäre. Der eine ist der inzwischen leider verstorbene frühere Bürgermeister Rüdigheims und Erste Beigeordnete Neubergs, Reinhold Diegel, der den Verantwortlichen der Wehr stets mit Rat und Tat zur Seite stand und wesentlichen Anteil an der endgültigen Planung trug. Der zweite ist unser Bürgermeister Uwe Hofmann. Er zeigte immer ein offenes Ohr für die Wünsche der Feuerwehr und es war ihm sichtlich peinlich, immer wieder neue Vertröstungen übermitteln zu müssen. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die Bewilligung des Landes Hessen doch noch rechtzeitig einging und der Beginn der Baumaßnahmen nicht noch weiter verzögert wurde.

Schon wenige Wochen nach dem Fallen des Schlauchturms stand am 1.9.1998 das Richtfest an. Im provisorisch hergerichteten späteren Unterrichtsraum trafen sich Vertreter der Gemeindegremien und der Feuerwehr, um gemeinsam auf das gelungene Projekt anzustossen.

Am 20.11.1998 beschritt die Feuerwehr Rüdigheim völlig neue Wege und lud erstmals zu einem reinen Jubilarenabend an. Mit dieser Veranstaltung wurde endlich ein würdiger Rahmen zur Ehrung verdienter Vereinsmitglieder und Jubilare gefunden.

Mit der obligatorischen Jahresabschlussfeier der Einsatzabteilung, die immer am letzten oder vorletzten Freitag vor Heiligabend stattfindet, wurde das umgebaute Feuerwehrhaus „inoffiziell“  eingeweiht.

Die offizielle Einweihungsfeier wurde aus terminlichen Gründen im Frühjahr des nächsten Jahres
nachgeholt, und zwar exakt am 12. Juni des Jahres 1999. Lange hatten wir auf diesen Tag warten müssen. Nun war es endlich so weit. Die offizielle Einweihung des vollständig sanierten und renovierten Feuerwehrhauses konnte stattfinden.

Es war ein Tag mit vielen Reden und Grußworten, wie man es von offiziellen Veranstaltungen dieser Art nicht anders gewohnt ist. Im Mittelpunkt aller Ansprachen standen Dankesworte. Der Bürgermeister Uwe Hofmann dankte der Feuerwehr für ihre aufgebrachte Geduld, die tatkräftige Mithilfe in allen Planungs- und Bauphasen sowie für die niemals nachlassende Einsatzbereitschaft zum Wohle der Mitbürger. Sein weiterer Dank galt allen Bauhandwerkern und Helfern, die mit zum Gelingen beigetragen hatten. Ortsbrandmeister Ralf Schmid, Wehrführer Roland Fromm und der Vorsitzende Edgar Ruth dankten der Gemeinde dafür, dass letztendlich das langjährige Projekt doch noch realisiert wurde. Der Kreisbrandinspektor Wolfgang Köhler dankte sowohl der Feuerwehr, als auch den Gemeindegremien, und so weiter, und so weiter.

Das schöne aber war, dass alle Dankesworte ernst und ehrlich gemeint waren, denn schließlich durften am Ende alle Beteiligten vollauf zufrieden sein. In der Tat kann sich das schmucke Feuerwehrhaus in seinem neuen Gewand sehen lassen. Zurecht sprach Wehrführer Fromm davon, dass es alle Anforderungen eines modernen Feuerwehrhauses erfülle.

Nach über 16 Jahren Planungszeit war Ende Juni des vergangenen Jahres endlich der Startschuß gefallen. „Eine scheinbar unendliche Geschichte findet nun doch noch ein versöhnliches Ende,“  war damals in der GNZ zu lesen. Das alles aber ist Schnee von gestern, darüber waren sich alle im klaren. Wen interessiert es heute noch, dass unzählige Pläne geschmiedet wurden, die kurze Zeit später durch immer neue Pläne ersetzt wurden, oder dass selbst die Standortfrage diskutiert und ein möglicher Neubau in Betracht gezogen wurde ? Tatsache ist, dass wir mit dem heutigen Tag offiziell unser neues Domizil beziehen konnten. Dass dies alles dann doch noch in relativ kurzer Zeit und ohne größere Probleme über die Bühne ging, war nicht zuletzt auch einem Mann zu verdanken, der leider aus beruflichen Gründen der Einweihung nicht beiwohnen konnte. Gemeint ist der Architekt Wolfgang Schröder, selbst passives Feuerwehrmitglied, wie er betonte, dem zurecht von allen Rednern starkes Engagement und gute Arbeit bescheinigt wurde. Dann endlich kam der mit Spannung erwartete Moment. Bürgermeister Uwe Hofmann und Wehrführer Roland Fromm hatten bei der offiziellen Schlüsselübergabe ihren großen Auftritt. Nachdem Fromm den natürlich symbolischen Schlüssel in Empfang genommen hatte, wollten auch die Frauen der Wehrmänner nicht nachstehen und „ihr“  Geschenk überreichen. Anläßlich der offiziellen Einweihung des Feuerwehrhauses spendeten sie eine dekorative Schleife für das Banner der Rüdigheimer Feuerwehr. Als Emfängerin des schönen Geschenkes wählten sich die Damen mit Sandra Bohlender die einzige weibliche Einsatzkraft der Rüdigheimer Ortsteilwehr aus. Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Sänger des Rüdigheimer Volkschores. Mit ihren herzerfrischenden Gesangseinlagen verstanden sie es vortrefflich, zur Unterhaltung unserer Gäste beizutragen.

Nicht nur bei zahllosen Industrieunternehmen und Firmen hatte der Wechsel ins Jahr 2000 für große Aufregung und Verwirrung gesorgt. Ursache hierfür war die Angst, dass möglicherweise doch der eine oder andere Computer oder einige der  modernen Datenerfassungsgeräte nicht  „2000-fähig“  sein könnten. Um im Notfall erreichbar zu sein, auch falls das Alarmierungssystem zusammenbrechen sollte, wurde auch unsere Wache von mehreren freiwilligen Helfern in der Silvesternacht besetzt. Glücklicherweise erwies sich die Vorsichtsmaßnahme als überflüssig. Alle Systeme funktionierten einwandfrei und unsere Helfer verbrachten eine ruhige Nacht.

In der  Jahreshauptversammlung  des Jahres 1999 ,   die am 19. März 2000 stattfand, trat Willi Esch aus dem Vorstand zurück. Willi Esch war als Beisitzer, Schriftführer und zuletzt als Zweiter Kassierer lange Jahre aktiv in die Vorstandsarbeit eingebunden. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung den Kameraden Jörg Lukowics. In Anerkennung seines Engagements wurde Willi Esch von der Versammlung zum Ehrenmitglied nominiert.

Am 19. April war dann der große Tag. Lange hatte man der akademischen Feier anlässlich des 75-jährigen Bestehens unserer Feuerwehr entgegengefiebert. Als Vorsitzender konnte Edgar Ruth im Bürgerhaus neben Führungskräften der Feuerwehr und aus der Politik auch zahlreiche Vertreter der Neuberger Ortsvereine und Nachbarwehren willkommen heißen. Im Mittelpunkt des Abends standen natürlich Ehrungen verdienter Mitglieder für langjährige Vereinszugehörigkeiten. Interessierte Zuhörer fand Jens-Michael Heck beim Verlesen der Vereinschronik, die der Schriftführer Roland Wolf mit Unterstützung des Wehrführers Roland Fromm erstellt hatte.

Nachdem der bisherige stellvertretende Wehrführer Roland Wolf den aktiven Feuerwehrdienst und somit auch sein Amt zum Ende des Jahres 2000 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, galt es kurz vor Jahresende noch einen geeigneten Nachfolger zu finden. Mit Michael Klein fiel die Wahl auf einen Kameraden, der den Anforderungen gewachsen sein dürfte.

Unfassbar für uns alle erlag unser aktiver Feuerwehrkamerad Wilfried Fromm im Juni 2001 den Folgen einer schweren Herzoperation. Wilfried wurde nach der Gründung unserer Jugendfeuerwehr im Jahre 1979 der erste Jugendfeuerwehrwart in Rüdigheim. 1981 übernahm er die Aufgaben des stellvertretenden Wehrführers und 1991 löste er seinen Vater August Fromm als Hauptkassierer ab.

In einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde mit Ursula Dankert im September 2001 erstmals in der Vereinsgeschichte eine weibliche Kassenchefin gewählt, ihr Stellvertreter bleibt Jörg Lukowics.

Nach fünfjähriger Amtszeit als Vereinschef stellte sich Edgar Ruth 2002 nicht mehr zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Roland Fromm gewählt dessen Nachfolger wiederum Michael Klein wurde. Für Klein rückte mit Peter Kühr ein weiterer aktiver Feuerwehrmann als neuer Beisitzer in den Vorstand auf.

Im September 2003 verstarb unser langjähriger Kamerad Georg Zieg nach jahrelanger schwerer Krankheit. Zieg, der als der erste Ortsbrandmeister der Gemeinde Neuberg in die Geschichte eingeht, war jahrelang Schriftführer und später Vorsitzender unseres Vereins sowie Leiter unserer aktiven Wehr. Außerdem war er Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzender der Feuerwehr seines Heimatortes Rüdigheim.

Anlässlich des 25-sten Geburtstages unserer Jugendfeuerwehr hatten wir uns zur Ausrichtung des Florianstages 2004 beworben und den Zuschlag erhalten. Der alljährlich im Mai stattfindende Florianstag hat im Terminkalender der jungen Nachwuchskräfte des Regionalverbandes Hanau Land längst einen festen Platz erobert. Bestandteile der Veranstaltung sind neben dem obligatorischen ökumenischen Gottesdienst und dem traditionellen Floriansfeuer natürlich auch die unverzichtbaren motivierenden Reden von Führungskräften der Feuerwehrwehr und aus der Politik.

Leider hatte der Wettergott nur wenig Einsehen mit unserem Nachwuchs. Strömender Regen war schuld daran, dass sogar das Floriansfeuer ausfallen musste. Beim Abschluss im regensicheren Bürgerhaus kam aber schon bald die richtige Stimmung auf und da für Speis und Trank bestens gesorgt war stand zumindest einem gelungenen Abschluss des Florianstages nichts mehr im Wege.

Im Juni 2004 folgten wir dem Beispiel mehrerer Nachbarwehren und gründeten auch in Rüdigheim eine  „Alters- und Ehrenabteilung“.  Damit bieten wir ehemals aktiven Kameraden die Möglichkeit, sich auch nach dem eigentlichen Ausscheiden aus dem aktiven Feuerwehrdienst in „Ihrer Feuerwehr“ weiterhin zu engagieren.

Die Gründungsmitglieder der Alters- und Ehrenabteilung sind neben den beiden gewählten Sprechern Horst Alt und Roland Wolf die Kameraden Friedrich Alt, Willi Esch, August Fromm, Heinz Dietz, Richard Höß, Gernot Elsässer und Jürgen Lukowics. Horst Alt vertritt als Sprecher der neuen Abteilung die Interessen der Feuerwehrsenioren ab sofort auch als Beisitzer im Vorstand. Zeitgleich erklärt Peter Kühr aus zeitlichen Gründen sein Ausscheiden aus dem Vereinsvorstand auf eigenen Wunsch.

Im September des Jahres 2005 verstarb unser Ehrenmitglied Willi Esch nach langer schwerer Krankheit. Willi Esch war viele Jahre lang als aktiver Feuerwehrmann in unserer Wehr, sowie als Schriftführer und Beisitzer im Vereinsvorstand tätig.

Im Rahmen der Neuwahlen im März 2006 wurde mit Daniel Alt ein weiteres aktives Feuerwehrmitglied in den Vorstand gewählt. Nachdem sich der Vorstand kürzlich dazu entschlossen hat, moderne Medien zu nutzen und dem Beispiel vieler Vereine folgend endlich auch eine „Homepage“ ins Internet zu setzen, konnte mit Daniel Alt ein junger Kamerad gewonnen werden, der als „Webmaster“  diese geplante Homepage erstellen und pflegen soll. Außerdem ist das neue Vorstandsmitglied als künftiger Gemeindejugendfeuerwehrwart vorgesehen, eine Aufgabe, die er mit Beginn des Jahres 2007 offiziell übernimmt.

Anfang 2007 verzichtet Roland Fromm nach 21 Dienstjahren auf eine erneute Kandidatur zur Wahl des Wehrführers, um den Weg für einen Jüngeren frei zu machen. Als Nachfolger nominiert die Einsatzabteilung durch einstimmige Wahl den noch amtierenden Jugendfeuerwehrwart Michael Brosch. Stellvertretender Wehrführer bleibt für weitere fünf Jahre Michael Klein. Nach „Roland & Roland“ (Roland Fromm und Roland Wolf), die gemeinsam viele Jahre lang die aktive Wehr geführt hatten, liegt die Wehrführung nun also in den Händen von „Michael & Michael“.

Im Mai 2007 treten Horst und Daniel Alt aus persönlichen Gründen von ihren Vorstandsämtern zurück. Während Daniel Alt weiterhin der Einsatzabteilung angehören und neben der Pflege unserer Homepage auch im Jugendbereich weiterhin mitarbeiten möchte, tritt sein Vater Horst auch als Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung zurück. Da sich die Aktivitäten im Seniorenbereich in letzter Zeit ohnehin rückläufig entwickelten, beschließt die Vereinsführung, in einer außerordentlichen Zusammenkunft Anfang 2008 über die Zukunft der Alters- und Ehrenabteilung zu entscheiden. Für die beiden scheidenden Vorstandsmitglieder rückt Michael Heck, der als künftiger Jugendfeuerwehrwart vorgesehen ist, in die Vereinsführung auf.

Nachdem Michael Brosch Ende 2007 nach zehn Jahren als Jugendfeuerwehrwart sowohl bei der Wehr Rüdigheim, als auch bei der Gemeinde Neuberg, zurücktritt, übernimmt Michael Heck offiziell ab 2008 die Jugendfeuerwehr unseres Ortsteils und somit als dritter Michael eine wichtige Führungsaufgabe.

 

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